DFB-Trainingsdialog 9 Ganzheitliche Entwicklung aller Spieler*innen mit dem Schwerpunkt SPIELBESCHLEUNIGER
„Spielbeschleuniger" bedeutet nicht nur, einfach „schnell spielen“. Es geht um viel mehr: um Spieler*innen, die Situationen erkennen, bevor sie entstehen – die mit einer optimalen Positionierung, einem guten ersten Kontakt, einem mutigen Andribbeln oder einem klugen Pass das ganze Spiel verändern können. Genau solche Momente wollen wir im Training provozieren. Wir alle wissen aus dem Trainingsalltag: Kinder und Jugendliche entwickeln sich am stärksten, wenn sie ständig gefordert sind, Entscheidungen treffen müssen und das Gefühl haben und selbst erfahren, dass sie etwas bewirken können. Deshalb haben wir für diesen DFB-Trainingsdialog Formen zusammengestellt, die Tempo im Kopf erzeugen, ohne Hektik zu erzeugen – und die den Kids genau den Raum geben, den sie brauchen, um mutig zu sein. Die Spielformen sind so aufgebaut, dass ihr sie sofort einsetzen könnt. Wichtig ist uns dabei immer: Nicht wir Trainer beschleunigen das Spiel – die Kinder tun es. Unsere Aufgabe ist es, ihnen einen Trainingsrahmen zu bieten, in dem sie dieses Potenzial entfalten können. Ich wünsche euch viel Spaß beim Ausprobieren, beim Weiterentwickeln und beim gemeinsamen Erleben dieser „Aha-Momente“, die den Unterschied machen. Und wie immer: Bleibt neugierig, bleibt offen – und gebt den Spieler*innen die Chance, über sich hinauszuwachsen. Sportliche Grüße DAMIR DUGANDZIC Sportlicher Leiter DFB-Talentförderprogramm 2 IMPRESSUM HERAUSGEBER: Deutscher Fußball-Bund e. V. PROJEKTVERANTWORTUNG: Hannes Wolf, Damir Dugandzic, Thomas Impekoven INHALTLICHE MITARBEIT: Marie Céline Nowek, Kim Falter, Nico Knaubel, Daniel Kufner, Tom Samson REDAKTION/MEDIENKONZEPTION: Dominic Demenat, Dennis Schunke, Bruno Vallon (philippka GmbH & Co. KG) GRAFISCHES KONZEPT: Strichpunkt Design GESTALTUNG: philippka GmbH & Co. KG FOTOS: Teresa Kilian LIEBE TRAINERINNEN UND TRAINER!
3 01 Das Ziel 4 Schwerpunkt Spielbeschleuniger 02 Die Praxis 6 Unsere Trainingsformen 03 Trainingsphilosophie Deutschland 16 INHALT Alle Infos zum DFB- Talentförderprogramm DFB-TALENTE.DE
01 4 In diesem DFB-Trainingsdialog widmen wir uns den Spielbeschleunigern als einem Schwerpunkt aus der Trainingsphilosophie Deutschland. Im Mittelpunkt steht deutlich zu machen, wie durch verschiedene Steuerungsmittel innerhalb der Trainingsformen die spielbeschleunigenden Themen Ballkontrolle, Dribbling, Passspiel und Freilaufen verbessert werden können. Die Trainingsstruktur ist so gewählt, dass sie die vier Bereiche (Aktivierung, Spielblock I, Zwischenblock und Spielblock II) aus der Trainingsphilosophie Deutschland abbilden. Alle Trainingsformen können in den drei Spielfeldern umgesetzt werden. Das bedingt zum einen, dass wenig umgebaut werden muss. Zum anderen herrscht durch die verschiedenen Spielfelder eine hohe Flexibilität und Orientierung. Unabhängig davon, wie viele Spieler*innen, Torhüter*innen, Platz und Tore zur Verfügung stehen: das Thema Spielbeschleuniger kann immer trainiert werden! Das Ziel Spielbeschleuniger im Detail → Erster Kontakt spielfertig → Zwei schnelle Kontakte → Direktspiel (kurze Distanzen) → Weiträumig (weite Distanzen) → In den Raum (offenen Raum nutzen) → In den Block (gegnerisches Team lenken, um Raum zu öffnen) → Passschärfe allgemein → Raum überbrücken → Gegenspieler*innen beeinflussen (Locken & Binden) → Gegenspieler*innen überwinden (Fintieren) → Tiefenlauf → Doppelpass → Spiel über den/die Dritte*n → Gegenspieler*innen binden Ballkontrolle Passspiel Dribbling Freilaufen & Anbieten
5 Durch Steuerungsmittel die Elemente der Spielbeschleunigung provozieren, um dadurch das Spiel schneller zu machen. Kleine (wettbewerbsorientierte) Trainingsformen zu jeder Zeit des Trainings Effizientes Lösen unterschiedlicher Situationen in kleinen Spielformen Motivierende Aufgaben und viele Erfolgserlebnisse für alle Spieler*innen Ziele der Trainingsformen Spielaktivität Spielkompetenz Spielgeschwindigkeit Spielfreude
6 Unbegrenzte Möglichkeiten Feld 1: Spiel auf 4 Minitore Feld 2: Spiel auf 2 Großtore Feld 3: Hybrid (Großtor + Wechselzone/Minitore) Die 3 Felder können je nach Platzgröße auch nebenei- → nander aufgebaut werden. Dadurch sind die Wege kurz und auch ein*e Trainer*in → kann alle Felder leichter überblicken. Die Größen der Felder sind exemplarisch auf eine U14 → abgestimmt: Feld 1: ca. 20 x 18 Meter → Feld 2: ca. 25 x 22 Meter → Feld 3: ca. 20 x 18 Meter → Flexibel reagieren auf Inhaltlicher Schwerpunkt → Anzahl der Spielenden (Torhüter*innen) → Tore/Toranzahl → Zur Verfügung stehender Platz → 02 Der Aufbau – 3 Felder Feld 1 Feld 3 Feld 2 EINHEITLICHE ORGANISATION DER PRAXIS Steuerungsmittel der Trainingsformen Spielfeld → Diamant: Fokus auf das Spiel zum Tor hin (mit und ohne Ball) → Zone mit Eishockey-Abseits: Fokus auf das Timing beim Pass und Freilaufen Tore → Großtore: vermehrt Abschlusstechniken mit dem Innen-/Vollspann → Minitore: vermehrt Abschlusstechniken mit der Innenseite → Dribbeltore/Dribbellinie: höhere Wiederholungszahlen im Dribbling Regeln → Hinten 2, vorne frei: schnell im Spielaufbau, flexibel im Kreieren von Torchancen → Shotclock: Fokus auf zielgerichtete Spielaktionen mit und ohne Ball Relationen → Anspieler*in seitlich: Pässe über den Winkel, in den Vorderfuß, temperierter → Anspieler*in tief: schärfere, vertikale Pässe → Anspieler*in hinten: Fokus auf den ersten Ballkontakt ins Feld → Neutrale*r Spieler*in: Fokus auf Passspiel durch den/die Überzahlspieler*in
7 Unsere Trainingsprinzipien Ganzheitlich entwickeln Schwerpunkte einbinden Spieler*innen einbinden Ein Aufbau, maximale Flexibilität „Dieser Aufbau ist vielseitig einsetzbar und ermöglicht es, verschiedene Schwerpunkte abzudecken, sodass mehrere Trainer*innen nacheinander nahtlos damit arbeiten können.“ Nico Knaubel (DFB-Stützpunktkoordinator Sachsen) Wer gut plant, der ist flexibel! Frei nach diesem Motto unterstützt uns ein einfacher und dennoch flexibler Platzaufbau in der Entwicklung aller Spieler*innen – mit unterschiedlichen Feldern und der Möglichkeit, den Aufbau von der E-Jugend bis zur A-Jugend mit kleinen Größenanpassungen nutzen zu können. Das Fußballspiel ist komplex. Umso wichtiger ist es, dass wir in jedem Training (fast) alle Inhalte abbilden, die jede*r Spieler*in braucht: angefangen mit den Basistechniken wie Dribbeln, Passen und Schießen, über das Angriffs- und Abwehrverhalten bis hin zur Förderung von Motivation und Freude. Das Trainingsziel ist immer die ganzheitliche Entwicklung. Insbesondere kleine Spielformen mit hohen Freiheitsgraden bieten ideale Voraussetzungen, um ganzheitlich zu trainieren und zu entwickeln. Innerhalb der ganzheitlichen Entwicklung jedes Kindes können uns Schwerpunkte helfen, um einzelne Spieler*innen und das gesamte Team in ihrer/seiner Entwicklung zu unterstützen. Über Steuerungsmittel, die das gewünschte Spielverhalten provozieren, können die Wiederholungszahl erhöht und die Intensität gesteigert werden. Wir alle wollen Spieler*innen, die auf dem Spielfeld gute Entscheidungen treffen. Umso wichtiger ist es, dass die Jungs und Mädchen auch im Training lernen, selbst Entscheidungen zu treffen. Besonders im Zwischenblock besteht die ideale Gelegenheit, die Spieler*innen selbst wählen zu lassen, welche Trainingsform mit welchem Inhalt gut für ihre Entwicklung ist.
8 STRUKTUR UND INHALTE DIE DEMONSTRATIONSEINHEIT IM ÜBERBLICK Die Praxis des aktuellen DFB-Trainingsdialogs AKTIVIERUNG & ZWISCHENBLOCK AKTIVIERUNG: Viele Wiederholungen der Basistechniken Passspiel, Dribbling und Ballkontrolle SPIELBLOCK I: Spielvariationen mit Unterzahl & Überzahl ZWISCHENBLOCK: Üben der Basistechniken Passspiel und Dribbling SPIELBLOCK II: Anwenden des Geübten
9 Hohe Freiheitsgrade fördern Spielkompetenz in variantenreichen (kleinen) Spielformen Freude: Begeisterung für das Training durch viele Aktionen, Ballkontakte, Torabschlüsse und Wettbewerbe Intensität: konstant hohe Nettospielzeit für alle Spieler*innen auf jeder Position Wiederholung: viele Aktionen (= Lern- und Erfolgschancen) für alle ZENTRALE FAKTOREN SPIELBLOCK I & SPIELBLOCK II „Spieler*innen verlangsamen das Spiel bewusst, um zu locken und dann den Rhythmus des Spiels zu verändern.“ Marc-Patrick Meister (U-Nationaltrainer DFB)
10 Aktivierung und Zwischenblock Demonstrationseinheit Methodischer Gedanke: In der Aktivierung stehen die Entfaltung von Freude und Energie im Vordergrund, wohingegen im Zwischenblock die Wiederholungszahlen mit der Möglichkeit eines Detailcoachings durch die Trainer*innen in den Mittelpunkt gerückt werden sollen. DRIBBLING/PASSSPIEL „Eine Abseitslinie schafft einen Bereich der Antizipation – sie fördert die Vororientierung und die Passdynamik nach vorne.“ Tom Samson (DFB-Stützpunktkoordinator Bayern-Nord) Organisation & Ablauf Feld 1 nutzen und eine Mittellinie markieren. → 2 Teams zu je 3 Spieler*innen bilden. → Jeweils 2 Spieler*innen jedes Teams an den Starthütchen → postieren. Zusätzlich je eine*n Verteidiger*in pro Team auf der Mittellinie → aufstellen. Die Spieler*innen an den Starthütchen haben einen Ball. → Die Startspieler*innen beginnen mit dem Dribbling um das → Feld gegen den Uhrzeigersinn. Mit dem Dribbling um das erste Minitor auf der anderen Seite starten sie ins Feld. Der erste Ballkontakt im Feld muss der Abschluss auf eines → der beiden Minitore auf der gegenüberliegenden Seite sein. Die Verteidiger*innen werden mit dem Dribbling ins Feld → aktiv und dürfen den Ball abfangen und kontern. Variationen Die Distanz zu den Minitoren vergrößern/verringern. → Die Position der Minitore verändern. → Fokus Spielbeschleuniger Durch die großen Distanzen werden das raumgreifende Dribb- → ling sowie tiefe Druckpässe geschult. Die Richtungsänderungen provozieren einen Wechsel in der Beschleunigung. Durch die Verteidiger*innen werden die Faktoren Entscheidung und Orientierung trainiert.
11 BALLKONTROLLE DRIBBLING/PASSSPIEL Organisation & Ablauf Feld 2 nutzen. → 2 Teams zu je 3 Spieler*innen bilden und neben dem → rechten bzw. linken Pfosten eines Tores postieren. Die jeweils ersten Spieler*innen der Teams haben Bälle. → Die Startspieler*innen dribbeln um das Hütchen auf Straf- → raumhöhe ins Feld. Von dort aus müssen sie einen Doppelpass mit dem spiel- → nahen Torpfosten spielen. Nach dem Doppelpass darf zur nächsten Mitspieler*in gepasst → werden. Diese*r muss beim Zuspiel mit einer Hand den Pfosten berühren und darf den Kontakt erst nach dem Annehmen lösen. Variation 4 Teams bilden und alle gleichzeitig neben einem Torpfosten → starten lassen, um die Störgrößen im Dribbling und Passspiel zu erhöhen. Fokus Spielbeschleuniger Durch die großen Distanzen werden raumgreifendes Dribb- → ling und tiefe Druckpässe geschult. Die Richtungswechsel provozieren Tempowechsel und neue Beschleunigungen. Organisation & Ablauf Feld 3 nutzen und das Tor mit einem/einer Torhüter*in besetzen. → 2 Teams zu je 4 Spieler*innen bilden. → Den beiden torfernen Vierteln jeweils 3 Ballbesitzer*innen → und 1 Verteidiger*in zuweisen. In den beiden torfernen Vierteln jeweils 3 gegen 1 auf Ball- → halten spielen. Nach 5 Pässen einen Torabschluss über eine der folgenden → Varianten erlauben: • Flugball in die Arme der Torhüter*in • Flugball über den/die 5 Meter vor dem Tor postierte*n Torhüter*in • Angriff im 4 gegen 4 auf das Tor Variation Beim Ausspielen der 5 Pässe 3 Pflichtkontakte pro Spieler*in → vorgeben. Fokus Spielbeschleuniger Durch das spieleröffnende Rondo, das anschließende Angrei- → fen auf das Tor und die Pflichtkontakte in der Variation rückt die Ballkontrolle in den Mittelpunkt. Unter Gegnerdruck sind dabei vor allem die richtige Positionierung zum Ball und der erste Ballkontakt entscheidend.
12 Spielblock I und II Demonstrationseinheit Organisation & Ablauf Feld 1: Minitore 3 gegen 3 2 Teams zu je 3 Spieler*innen bilden. → Freies Spiel im 3 gegen 3 auf die Mini- → tore. Feld 2: Großtore 3 gegen 3 plus Außenspieler*innen 2 Teams zu je 5 Spieler*innen bilden → und die Tore mit Torhüter*innen besetzen. Pro Team 3 Spieler*innen im Feld und → 2 Anspieler*innen außen postieren. Freies Spiel im 3 plus 2 gegen 3 plus 2 → auf die Tore. Beide Teams können die Anspieler*in- → nen auf den Diagonalseiten jederzeit anspielen. Die Anspieler*innen haben 2 Kontakte → und dürfen mit dem ersten Kontakt auch ins Feld dribbeln. Feld 3: Hybrid 3 gegen 3 plus Neutrale*r 2 Teams zu je 3 Spieler*innen bilden, → das Tor mit Torhüter*in besetzen und eine*n Neutrale*n bestimmen. Hinter dem Feld eine Wechselzone → errichten. 3 plus 1 gegen 3 auf das Tor. → Die Ballbesitzer*innen erspielen sich → das Angriffsrecht über eine Kombination in die Wechselzone. Ab der Mittellinie mit Abseits spielen. → Hinweis zum Training Innerhalb der Felder die Rollen und → Aufgaben nach einigen Minuten wechseln. DER AUFBAU IM ÜBERBLICK Feld 1 Feld 3 Feld 2
13 Organisation & Ablauf 2 Teams zu je 3 Spieler*innen bilden. → Eine Mittellinie sowie eine Hütchen- → linie zwischen den Minitoren markieren. 3 gegen 3 auf die Minitore. → Zusätzliche Punkte können erzielt → werden, indem die Spielenden über die Mittellinie oder über die Hütchenlinie zwischen den Minitoren dribbeln. Spielbeschleunigende Wirkung Die Dribbellinien provozieren Tempo- → dribblings in Spielrichtung und beschleunigen so das Spiel (doppelte Beschleunigung). Organisation & Ablauf 2 Teams zu je 3 Spieler*innen bilden. → Eine Mittellinie markieren. → Pro Team eine*n Anspieler*in an der → eigenen Grundlinie zwischen den Minitoren positionieren. 2 plus 1 gegen 2 plus 1 auf die Minitore → Wird ein*e Anspieler*in angespielt, → dribbelt er/sie ins Feld und der/die Passgeber*in übernimmt die Anspieler*in-Position. Nach einiger Zeit die Anspieler*innen auf → die gegenüberliegende Seite wechseln. Spielbeschleunigende Wirkung Über Position und Regeln der Anspieler*innen werden spielbeschleunigende Inhalte gezielt betont. Anspieler*in hinten: Dynamisch ins → Feld kommen (erster Kontakt in die Bewegung und in den freien Raum) und das Spiel beschleunigen. Anspieler*in vorne: Spielbeschleuni- → gung über (längere) tiefe Pässe, Tiefenläufe und das Spiel über den Dritten. Organisation & Ablauf 2 Teams zu je 3 Spieler*innen bilden. → Die Minitore 6 Meter hinter den Grund- → linien aufstellen. Eine Mittellinie sowie eine Hütchen- → linie auf den Grundlinien markieren. 3 gegen 3 auf die Minitore → Zusätzliche Punkte können erzielt → werden, indem die Spielenden über die Mittellinie oder über die Hütchenlinie dribbeln. Ab der Grundlinie mit Eishockey- → Abseits spielen. Spielbeschleunigende Wirkung Durch die Dribbellinien und die Position → der Passtore werden spielbeschleunigende Techniken wie Tempodribbling und der tiefe Pass geschult. Beim Eishockey-Abseits muss der Ball → vor der/dem Spieler*in in der Zone sein. Das provoziert tiefe Laufwege und rückt damit das Spiel ohne Ball in den Fokus. Variationen „Spielbeschleunigung entsteht nicht durch Hektik, sondern durch Klarheit im Moment der Entscheidung. Auch mit zwei Kontakten lässt sich schnell spielen – es muss nicht immer direkt sein.“ Daniel Kufner (DFB-Stützpunktkoordinator Baden)
14 Variationen Organisation & Ablauf: 2 Teams zu je 5 Spieler*innen bilden → und die Tore mit je einem/einer Torhüter*innen besetzen. Pro Team 3 Spieler*innen im Feld und → 2 Anspieler*innen außen postieren. 3 plus 2 gegen 3 plus 2 → Wird ein*e Anspieler*in angespielt, → übernimmt der/die Passgeber*in die Position. Die Anspieler*innen agieren mit 2 Kon- → takten. Ab der Strafraum-Linie in beide Rich- → tungen mit Abseits spielen. Spielbeschleunigende Wirkung: Durch die Abseitsregel müssen die Anspieler*innen ihre Position permanent anpassen. Die An- und Mitnahme in die Bewegung und zum Tor ist entscheidend. Der Positionswechsel provoziert → zusätzlich Dynamik (Räume im Feld werden frei, neue Anspieloption auf der offensiven Diagonalen). Organisation & Ablauf: 2 Teams zu je 5 Spieler*innen bilden → und die Tore mit je einem/einer Torhüter*innen besetzen. Vor den Toren jeweils eine 5 Meter → tiefe Endzone markieren. Pro Team ein*e Anspieler*in fest in der → Endzone postieren. 5 gegen 5 auf die Tore mit Torhüter*in- → nen Die Anspieler*innen in den Endzonen → dürfen direkt abschließen oder auch mit mehreren Kontakten als Wandspieler*innen agieren. Mit Abseits spielen (außer Anspieler*in- → nen). Spielbeschleunigende Wirkung: Durch den/die Anspieler*in direkt vor → dem Tor werden tiefe, spielbeschleunigende Pässe durch das Zentrum provoziert. Durch die Abseitsregel wird das Spiel- → feld verengt. Passspiel und Ballkontrolle rücken dadurch stärker in den Fokus, um sich Torchancen zu erspielen. Organisation & Ablauf: 2 Teams zu je 5 Spieler*innen bilden → und die Tore mit je einem/einer Torhüter*innen besetzen. Pro Team 3 Spieler*innen im Feld und → 2 Anspieler*innen neben den gegnerischen Toren postieren. 3 plus 2 gegen 3 plus 2 → Die Anspieler*innen agieren mit maxi- → mal 2 Kontakten. Spielbeschleunigende Wirkung: Tiefe Anspieler*innen ermöglichen tiefe Pässe, die das Spiel beschleunigen. Durch die Positionierung der Anspieler*innen neben den gegnerischen Toren herrscht mit dem Anspiel direkt Torgefahr. Haben die Anspieler*innen nur einen → Ballkontakt, wird die Dynamik des tiefen Passes beibehalten. Durch die Anspieler*innen muss das → verteidigende Team das Zentrum schließen. Um Dynamik auch über den Flügel zu entwickeln, kann ein*e Anspieler*in neben dem Tor und der/die andere seitlich postiert werden. „Freude, Wiederholung und Intensität. Diese Prinzipien sind für uns in jeder Trainingsform wichtig. Durch mehrere Felder mit kleinen Teams schaffen wir die Basis.“ Marie Céline Nowek (DFB-Stützpunktkoordinatorin Niedersachsen-Nordost)
15 Organisation & Ablauf: 2 Teams zu je 3 Spieler*innen bilden → und das Tor mit Torhüter*in besetzen. Eine*n Neutrale*n bestimmen. → Das Feld in ein Rechteck umbauen. → Zwei Minitore 5 Meter hinter der → Grundlinie aufstellen. 3 gegen 3 plus 1 auf das Tor mit Tor- → hüter*in und die Minitore Treffer zählen nur direkt, wobei sich die → Angreifer*innen auch außerhalb des Feldes freilaufen dürfen. Die Verteidiger*innen dürfen nur im → Feld agieren. Die Mittellinie ist in Spielrichtung des → Großtores auch Abseitslinie. Nach 4 Minuten wechseln die Teams → die Seiten. Spielbeschleunigende Wirkung: Die Position der Minitore provoziert → tiefe Pässe/Abschlüsse aus dem Feld. Da nur innerhalb des Feldes verteidigt → werden darf, können die Angreifer*innen durch Tiefenläufe frei zum Abschluss kommen. Organisation & Ablauf: 2 Teams zu je 3 Spieler*innen bilden → und das Tor mit Torhüter*in besetzen. Eine*n Neutrale*n bestimmen. → Das Feld in ein Rechteck umbauen. → 2 Minitore aufstellen. → 3 gegen 3 plus 1 auf das Tor mit Tor- → hüter*in und die Minitore Die Teams dürfen nur nach vorne pas- → sen. 5 Pässe in Folge ergeben ein Tor. Nach 4 Minuten wechseln die Teams → die Seiten. Spielbeschleunigende Wirkung: In dieser Variante wird die Spielbeschleunigung durch Pass-Regeln erzielt: Nur nach vorne passen: Das sorgt da- → für, dass sich die Spieler*innen ohne Ball konsequent in die Tiefe freilaufen. 5 Pässe = 1 Tor: Diese Regel zwingt das → verteidigende Team, früh Druck auf die ballbesitzende Mannschaft auszuüben. Über sauberes Passspiel und Freilaufbewegungen entsteht Dynamik, die das Tempo erhöht und das Spiel beschleunigt. Organisation & Ablauf: 2 Teams zu je 3 Spieler*innen bilden → und das Tor mit Torhüter*in besetzen. Eine*n Neutrale*n bestimmen. → 3 plus 1 gegen 3 → Nach Ballgewinn erspielt sich das ball- → besitzende Team das Angriffsrecht über eine Kombination (Anspiel oder Dribbling) in die Wechselzone (gelb). Ab der Mittellinie auf das Großtor mit → Abseits spielen. Spielbeschleunigende Wirkung: In dieser Variante wird die Spielbeschleunigung durch 2 Regeln erzielt, die alle 4 spielbeschleunigenden Faktoren (Dribbling, Passspiel, Ballkontrolle, Spiel ohne Ball) provozieren: Hinten 2, vorne frei: Gilt in beide → Richtungen. Shotclock: Mit dem Anspiel oder → Dribbling in die Wechselzone hat das ballbesitzende Team 5 Sekunden Zeit für einen Torabschluss. Durch die/den Neutrale*n entsteht → eine Überzahlsituation, die den Fokus auf das Passspiel lenkt. „In den Trainingsformen schulen wir die Wahrnehmungs- und Entscheidungsgeschwindigkeit. Durch variable Spielformen schaffen wir Spielsituationen, in denen jede*r Spielende lernt, Tempo gezielt einzusetzen. Insbesondere durch Mitspieler*innen, Gegenspieler*innen und Tore (Spielrichtung) sind die relevanten Bezugspunkte für Wahrnehmung und Entscheidung gegeben.“ Kim Falter (DFB-Stützpunktkoordinatorin Brandenburg)
Die Traingsphilosophie Deutschland 16 Teil 6: Von der Umkleidekabine auf den Trainingsplatz (4) MIT HANNES WOLF & HANNO BALITSCH Teil 5: Von der Umkleidekabine auf den Trainingsplatz (3) MIT HANNES WOLF & SVEN BENDER Teil 3: Von der Umkleidekabine auf den Trainingsplatz (1) MIT HANNES WOLF & SANDRO WAGNER Teil 4: Von der Umkleidekabine auf den Trainingsplatz (2) MIT HANNES WOLF & LARS BENDER Teil 1: Vom Wohnzimmer auf den Trainingsplatz MIT HANNES WOLF & HERMANN GERLAND Teil 2: Vom Trainerzimmer auf den Trainingsplatz MIT HANNES WOLF & PETER HERMANN DIE VIDEOS DER „TRAININGSPHILOSOPHIE DEUTSCHLAND“ IM SCHNELLZUGRIFF Über die folgenden QR-Codes gelangen Sie zu den Videos „Vom Wohnzimmer auf den Trainingsplatz“ mit Hannes Wolf und Hermann Gerland sowie „Vom Trainerzimmer auf den Trainingsplatz“ mit Hannes Wolf und Peter Hermann. Im dritten bis sechsten Teil „Von der Umkleidekabine auf den Trainingsplatz“ spricht Hannes Wolf mit Sandro Wagner, Lars Bender, Sven Bender und Hanno Balitsch. Entwicklung individueller Qualität 03
17 Trainingsphilosophie Deutschland – Teil 1 MIT HANNES WOLF, SANDRO WAGNER, ANTONIO DI SALVO & SVEN BENDER Trainingsphilosophie Deutschland – Teil 2 MIT HANNES WOLF, SANDRO WAGNER, ANTONIO DI SALVO & SVEN BENDER DIE TRAININGSPHILOSOPHIE DEUTSCHLAND BEIM „SKY MATCHPLAN SPEZIAL“ In den beiden Folgen von „Sky Matchplan Spezial“ sprechen Hannes Wolf und Teile seines Kompetenzteams mit Moderator Jan Henkel. Hier wird über Training im Allgemeinen, aber auch über relevante Spielformen aus der „Trainingsphilosophie Deutschland“ diskutiert. So erhalten Sie konkrete Tipps zur Umsetzung auf dem Platz. Impulse für sehr gutes Jugendtraining MIT HANNES WOLF & CHRISTIAN STREICH Die Trainingsphilosophie Deutschland beim BVB MIT HANNES WOLF Das Torwartspiel und die Trainingsphilosophie Deutschland MIT HANNES WOLF & ANDREAS KRONENBERG Best of: DFB-Spieler und -Trainer über die Trainingsphilosophie Deutschland U. A. MIT JULIAN NAGELSMANN, JOSHUA KIMMICH & DENIS UNDAV NEUES ZUR TRAININGSPHILOSOPHIE DEUTSCHLAND In den neuesten Videos zur Trainingsphilosophie Deutschland erwartet euch eine komplette Demoeinheit mit einer Kinderfußballmannschaft von Borussia Dortmund. Außerdem spricht Hannes Wolf mit Andreas Kronenberg (Torwarttrainer der Nationalmannschaft) darüber, wie das Torwartspiel in Spielformen eingebunden werden kann. Christian Streich liefert Impulse für gutes Jugendtraining – und in einem Best-of reagieren aktuelle Nationalspieler auf die Trainingsphilosophie Deutschland. „Das Training zielt darauf ab, aus allen Spielenden Gestalter*innen von Tempo zu machen. Ob im Passspiel, Dribbling oder im Freilaufverhalten – alle tragen dazu bei, das Spiel entscheidend zu beschleunigen.“ Nico Knaubel (DFB-Stützpunktkoordinator Sachsen)
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