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S C H I E D S R I C H T E R - Z E I T U N G 5 / 2 0 1 4
Die Teilnahme an der U 19-EM im Sommer war für Marija Kurtes (hintere Reihe, Vierte von links) ein persönliches Highlight ihrer
bisherigen Karriere.
Bei den Männern kommt die Schiedsrichterin in der Regional-
liga West zum Einsatz.
Porträt
weil die Gemeinschaft gestimmt
hat.“
Und dazu: medizinische Untersu-
chungen, Mobilitäts-Tests, Körper-
fett-Messungen, Lauf-Analysen,
Video-Schulungen, Spiel-Analysen,
Spiel-Beobachtungen und auch
Spielleitungen. Im Frauen-Team lei-
tet Marija Kurtes auch ein Spiel der
4.
Liga in Frankreich: „Es war eine
Begegnung um den Klassenerhalt,
die hielt, was sie versprach: ein
athletisches, schnelles, spannen-
des Spiel mit einem Platzverweis
und einem Elfmeter.“
Mit Interesse nimmt sie die Unter-
schiede bei dem Spiel in Frankreich
wahr: „Es gibt zwei erfahrene Offi-
zielle, die im Anzug zwischen den
Trainerbänken administrative Auf-
gaben übernehmen. Außerdem gibt
es vor dem Spiel ein Zusammen-
kommen des Schiedsrichter-Teams
mit den beiden Spielführern sowie
ein Handshake mit Trainern und
Offiziellen nach der Seitenwahl.
Kleine Gesten, große Wirkung!“
Sechs Stunden Video-Analysen zum
Spiel folgen. Doch trotz all‘ der
Arbeit bleibt für die 27-Jährige das
Gemeinschaftserlebnis hängen: „Es
war einfach eine tolle Zeit mit vielen
Höhepunkten.“
Das gilt auch für ihre inzwischen
zwölf Jahre als Schiedsrichterin
generell. „Es gab wenige Entschei-
dungen, die sich für mich so sehr
gelohnt haben, wie zur Pfeife zu
greifen“, ist sich die „Schiedsrichte-
rin des Jahres“ sicher. Und das hat
zwar gar nichts mit dieser Auszeich-
nung zu tun. Aber umgekehrt wird
ein Schuh draus: Weil Marija ihr Hobby
so sehr mit Leben und Sinn füllt,
wurde sie zu Recht ausgezeichnet.
Bei den Frauen wird Marija Kurtes zu den Spitzen-Spielen
angesetzt, wie hier zum Duell VfL Wolfsburg gegen den
1.
FFC Turbine Potsdam im Mai 2014.