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S C H I E D S R I C H T E R - Z E I T U N G 5 / 2 0 1 4
Marija Kurtes
Marija Kurtes ist seit 2002
Schiedsrichterin für die
SG Benrath-Hassels, DFB-
Schiedsrichterin ist sie seit
2004,
FIFA-Schiedsrichterin
seit 2013. Die „DFB-Schieds-
richterin des Jahres 2014“ ist
ihre bisher wichtigste Aus-
zeichnung. Marija hat Sport-
management am Rhein-Ahr-
Campus in Remagen und
Sportpsychologie an der Uni-
versität Bielefeld studiert. In
Remagen arbeitet sie nun als
wissenschaftliche Mitarbeite-
rin im Bereich Sportmanage-
ment sowie am ISS-Institut für
Sportmedizin und Sportma-
nagement.
Zur Person
lernen sich durchzubeißen. Außer-
dem wirst du nie wirklich gut oder
sogar perfekt sein, dafür kannst du
immer weiter an dir arbeiten. Das
macht es ja spannend. Jedes Spiel
fängt wieder bei Null an. Da inter-
essiert keinen mehr der Fehler aus
der letzten Partie. Es zählt nur der
Moment. Und du machst so viele
gute Erfahrungen, lernst Menschen
und Orte kennen.“
Schiedsrichterin
mit Leidenschaft
Wer Marija bei der Anwärter-Aktion
einer Kölner Boulevard-Zeitung
zum DFB-Pokalfinale erlebt – bei
der sie jungen Mädchen das Pfei-
fen näherbringt – der weiß, mit wie
viel Leidenschaft sie ihre Vorrei-
ter-Rolle umsetzt. Sie hat dem
Nachwuchs ja auch viel zu erzäh-
len: „Gerade erst war ich bei einem
WM-Qualifikationsspiel in Bosnien
eingesetzt und habe wieder unver-
gessliche Szenen erlebt!“
Dieses Quali-Spiel war – gemein-
sam mit der U 19-EM im Juli – für
die wissenschaftliche Mitarbeiterin
im Fachbereich Sportmanagement
Höhepunkt und ein weiterer wich-
tiger Schritt in ihrer internationa-
len Karriere. Dort erhofft sich
Deutschlands „Schiedsrichterin des
Jahres“ in Zukunft weitere Stufen
auf der Karriere-Leiter.
Einen Grundstein für möglichst
viele Einsätze legt sie durch die
Teilnahme am renommierten
Frauen-Lehrgang in Nyon (Schweiz)
am Sitz der UEFA. „19 Personen
aus 19 Ländern – und genauso bunt
und vielfältig war das Programm“,
erinnert sich die Düsseldorferin
an den „Centre of Refereeing
Excellence“-Lehrgang. „Eine
überragende Woche, die man so
schnell nicht vergisst – vor allem,
unheimlich schnell gegangen,
schließlich sei er gerade einmal im
sechsten Jahr Schiedsrichter in
der Bundesliga.
„
Die Ergebnisse sind alle toll, aber
mit Zielen ist es immer so eine
Sache“, schmunzelt er. „Mein Ziel
ist es, immer Leistung anzubieten,
sodass ich mir selbst nichts vorzu-
werfen habe. Wenn ich dann alles
investiert habe und es gut läuft,
bin ich froh.“
Wie seine Zukunft als Schiedsrich-
ter sich gestalte, hänge von vielen
Faktoren ab. Auch hier bleibt der
„
Schiedsrichter des Jahres“ stets
bescheiden: „Ich bin nicht der Typ,
der glaubt, er sei jetzt eine ‚große
Nummer’. Ich backe lieber kleine
Brötchen. Wenn es dann Menschen
gibt, die mir mehr zutrauen, möchte
ich natürlich da sein und den Beweis
antreten. Aber ich weiß auch, dass
es in Deutschland viele andere sehr
gute Schiedsrichter gibt, die schon
mehr Erfahrung gesammelt haben.“
Wichtig sei es, stets selbstkritisch
zu sein und sich weiterzuentwi-
ckeln: „Das heißt nicht, dass man
stets nach mehr streben soll, son-
dern dass man nicht aufhört zu
arbeiten – ganz unabhängig davon,
was dabei rauskommt.“ Bei ihm
persönlich scheint diese Einstel-
lung bisher Früchte zu tragen.
„
Schiedsrichterin des Jahres“: Marija Kurtes war bei den
weiblichen Unparteiischen in der vergangenen Saison die
Beste.
Konsequent: Felix Zwayer bei einem Europapokalspiel zwi-
schen Lazio Rom und Ludogorez Razgrad (Bulgarien).