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S C H I E D S R I C H T E R - Z E I T U N G 5 / 2 0 1 4
Die internationalen Spiele der Deutschen im Mai und Juni 2014
FIFA-Schiedsrichter unterwegs
Name
Wettbewerb
Heim
Gast
Assistenten/Vierte Offizielle
Felix Brych
WM 2014 in Brasilien
Uruguay
Costa Rica
Borsch, Lupp
Felix Brych
WM 2014 in Brasilien
Belgien
Russland
Borsch, Lupp
Christian Dingert
U 21-EM-Qualifikation
Schottland
Niederlande
Achmüller, Christ, Fritz
Felix Zwayer
Länderspiel
Frankreich
Jamaika
Bornhorst, Achmüller, Dankert
Riem Hussein
WM-Qualifikation Frauen Tschechische Republik Rumänien
Biehl, Söder
Riem Hussein
WM-Qualifikation Frauen Dänemark
Island
Biehl, Söder
Marija Kurtes
WM-Qualifikation Frauen Bosnien-Herzegowina Nordirland
Wozniak, Appelmann
Bibiana Steinhaus WM-Qualifikation Frauen Schottland
Schweden
Rafalski, Schultz
Ludwig Lommer
verstorben
Wer in den vergangenen rund 20
Jahren ein Spiel beim TSV Mün-
chen 1860 leitete, hatte zwangsläu-
fig mit ihm zu tun: Ludwig Lommer
diente seinem Verein als Schieds-
richter-Betreuer.
Bescheiden und umsichtig nahm er
diese Aufgabe wahr. Schließlich
wusste er genau, was für die
Schiedsrichter vor und nach dem
Spiel wichtig ist: Zu Beginn der
90
er-Jahre war Ludwig Lommer
einer der Top-Linienrichter in der
Bundesliga. Er schaffte es bis auf
die FIFA-Liste und half Spitzen-
Schiedsrichtern wie Aron Schmid-
huber und Markus Merk, ihre inter-
nationalen Spiele zu leiten.
2010
an Leukämie erkrankt, schlug
eine Chemotherapie bei ihm
zunächst gut an. Dennoch war eine
Knochenmarkspende unumgäng-
lich. Leider führte eine mit Hilfe
seines Vereins groß angelegte
Typisierungsaktion der Deutschen
Knochenmarkspenderdatei
Ludwig Lommer im Mai 2013
sowie vor 20 Jahren an der
Seite von FIFA-Schiedsrich-
ter Hermann Albrecht.
Ex-Profis als
Schiedsrichter?
Nach den Leistungen der Schieds-
richter bei der Weltmeisterschaft in
Brasilien regten Alexander Frei und
Klaus Augenthaler in einer Sendung
des österreichischen Kanals „Ser-
vusTV“ an, Ex-Profis als Schieds-
richter einzusetzen.
Der schweizer Ex-Nationalspieler
Alexander Frei (34) und der deutsche
Weltmeister Klaus Augenthaler (56)
könnten sich ehemalige Fußball-Pro-
fis gut als Unparteiische vorstellen.
Augenthaler sagte im Interview: „Man
muss mal die Schiedsrichter in Schutz
nehmen. Das Tempo ist höher gewor-
den. Ich würde mir wünschen, dass
die Ex-Spieler, die mit 34, 35 Jahren
aufhören, nach der aktiven Karriere
pfeifen. Da wäre der Respekt der
anderen Spieler größer.“
Wenn er Schiedsrichter wäre, wür-
den am Ende nie Elf gegen Elf auf
dem Platz stehen, sagte Augentha-
ler. Die Frage, warum die beiden Ex-
Profis nicht selbst eine zweite Kar-
riere als Unparteiische gestartet
haben, blieb jedoch ungeklärt…
US-Referee stirbt
nach Faustschlag
Bei einem Spiel in der US-Hobby-
Liga kam es in Michigan zu einem
tödlichen Angriff auf einen
Schiedsrichter. Als der Unpartei-
ische John Bieniewicz einem Spie-
(
DKMS) zu keinem positiven Ergeb-
nis.
So hofften die Freunde von Ludwig
Lommer auf den Erfolg der neuar-
tigen Familienspende. Seine Toch-
ter spendete die lebenswichtigen
Stammzellen. Zunächst kam es
auch zu einem guten Heilungsver-
lauf, er konnte sogar seine Tätig-
keit als Schiedsrichter-Betreuer
wieder aufnehmen. Letztlich aber
war die tückische Krankheit stärker.
Ludwig Lommer starb am 1. Juli im
Alter von 62 Jahren.
eine Hilfe für die Unparteiischen
darstellen. Dadurch soll es „mehr
Gerechtigkeit“ geben, erklärte
Blatter und konkretisierte damit
seine Idee vom vergangenen FIFA-
Kongress.
In anderen Sportarten, wie Hockey
oder American Football, haben
Trainer bereits die Möglichkeit zu
sogenannten „Challenges“.
ler die Rote Karte zeigen wollte,
schlug der Spieler zu und flüchtete.
„
Er bückte seinen Kopf leicht nach
unten, um die Rote Karte aus der
Tasche zu ziehen“, erzählte ein
Zeuge.
In diesem Moment traf der Spieler
mit der Faust den Kopf des
Schiedsrichters. Der Unparteiische
sackte zusammen und blieb regungs-
los liegen. Kurze Zeit später ver-
starb der Referee im Krankenhaus.
Der 36-jährige Spieler stellte sich
kurz darauf der Polizei. Sein Opfer
hinterlässt eine Ehefrau und zwei
Söhne.