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S C H I E D S R I C H T E R - Z E I T U N G 5 / 2 0 1 4
Panorama
Inspiriert von den Schiedsrichtern bei der WM griff ein Unpar-
teiischer in Sachsen selbst zum Spray.
Der Sieger 2014: Holger
Derbort.
FIFA-Präsident Blatter wagt
erneut einen Vorstoß zu wei-
teren technischen Hilfsmit-
teln.
Schiedsrichter setzt
Rasierschaum ein
Warum bis zur Einführung des Frei-
stoß-Sprays in Deutschland warten,
wenn die Lösung doch so nah liegt?
Das dachte sich der Unparteiische
Uwe Hofmann und griff mangels
Alternativen im mittelsächsischen
Kreispokalfinale zwischen dem
SV Mulda und dem BSC Freiberg II
zu einer handelsüblichen Dose
Rasierschaum, um den „Mauer“-
Abstand herzustellen.
Wie die Schiedsrichter-Kollegen bei
der Fußball-Weltmeisterschaft
setzte der Unparteiische den wei-
ßen Schaum auf dem Grün als Mar-
kierungshilfe ein, um den Abstand
der „Mauer“ sowie den Ort der Frei-
stoß-Ausführung zu markieren.
„
Weil gerade alle die Begegnungen
der Weltmeisterschaft in Brasilien
schauen, habe ich vor dem Spiel zu
meinen Assistenten gesagt: ‚Das
mit dem Freistoß-Spray, das müssen
wir unbedingt auch machen’“, sagte
Hofmann gegenüber der Frankfur-
ter Allgemeinen Zeitung (FAZ).
Der Schaum kam in der 40. Minute
erstmals zum Einsatz, ein weiteres
Mal in der zweiten Halbzeit. Bei den
Mannschaften und den circa 300
Zuschauern kam die Aktion gut an,
auch wenn die Spieler zunächst
erstaunt reagierten.
Referees laufen
zum zehnten Mal
Die eigene Kondition und Ausdauer
beim „ältesten City-Straßenlauf
Deutschlands“ testen – viele
Blatter fordert
Videobeweis
FIFA-Präsident Sepp Blatter sprach
sich in einem Interview auf der
FIFA-Homepage erneut für die Ein-
führung des Videobeweises aus.
Ginge es nach dem Chef des Welt-
verbandes, dann sollen Fußball-
Trainern zukünftig pro Halbzeit
zwei Einspruchsmöglichkeiten
gegen Schiedsrichter-Entscheidun-
gen gewährt werden.
Dies solle jedoch nur möglich sein,
wenn das Spiel bereits unterbro-
chen sei, erläuterte Blatter. „Wenn
es darum geht, ob es ein Elfmeter
oder kein Elfmeter war, ein Foul
innerhalb oder außerhalb des
Strafraums, dann kann der Coach
intervenieren.“
Volker Meinel, der Vorsitzende des
Sportgerichts des Kreisverbandes
Mittelsachsen, war hingegen wenig
über den Humor des Schiedsrich-
ters amüsiert und kündigte ein
Nachspiel an.
Für Hofmann war es ohnehin
eine einmalige Aktion. Vorerst
wird der Schiedsrichter auf seine
Variante des Freistoß-Sprays
verzichten. Er warte die Sommer-
pause ab, ob der Deutsche Fußball-
Bund noch etwas dazu sagt,
antwortete er im Interview mit
der FAZ.
Schiedsrichter aus dem westfäli-
schen Verbandsgebiet stellen
sich dieser Herausforderung
beim „Referees Run“ auf einer
Strecke von zehn Kilometern.
Diese Veranstaltung feierte jetzt
ein kleines Jubiläum. Zum zehnten
Mal gingen im Juni die Schieds-
richter mit einer eigenen Wertung
auf die Strecke, zuletzt waren es
mehr als 260 Unparteiische, die
zum Saisonausklang an dem Lauf
teilnahmen.
Den Günther-Baumgärtel-Pokal,
benannt nach dem verstorbenen
FIFA-Schiedsrichter und Verbands-
Lehrwart Günther Baumgärtel,
sicherte sich als schnellster Refe-
ree der 43-jährige Holger Derbort.
Er gewann in einer Zeit von 37:17
Minuten den dritten Titel nach
2007
und 2010.
Neben der sportlichen Leistung
sollte aber auch das Gemein-
schaftsgefühl nicht zu kurz kom-
men: Auch in diesem Jahr wurde
wieder ein großes Zelt mitten im
beschaulichen Borgholzhausen
aufgebaut, in dem Schiedsrichter
und ihre Anhänger die Sieger
feierten und den „Referees Run“
bis spät in die Nacht ausklingen
ließen.
Der Schiedsrichter müsse bei
einem Veto des Trainers die Szene
auf einem Monitor anhand der TV-
Bilder beurteilen. Sogenannte
„
Challenges“ sollten laut Blatter