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| DFB von A-Z
Im Bericht „Die Grenzen des Wachstums“ des
Club of Rome aus dem Jahr 1972 wird ein größerer
Zusammenhang deutlich: Dort heißt es, Nachhaltigkeit
bewahre vor dem plötzlichen und unkontrollierbaren
Kollaps. Von nachhaltiger Entwicklung wurde erstmals
1980
gesprochen. Aus dem „Brundtland-Report” der
Vereinten Nationen (1987) stammt die bekannteste
Erklärung, was denn nun mit der Nachhaltigkeit gemeint
sei: „Entwicklung zukunftsfähig zu machen heißt, dass
die gegenwärtige Generation ihre Bedürfnisse befriedigt,
ohne die Fähigkeit der zukünftigen Generation zu gefähr-
den, ihre eigenen Bedürfnisse befriedigen zu können.“
Der DFB hat auf Basis dieser Definitionen ein eige-
nes Leitbild entwickelt: Den Fußball als nachhaltig ver-
stehen heißt, seine vielfältigen Potenziale verantwor-
tungsvoll auch für eine gerechte Gesellschaft und eine
intakte Umwelt zu nutzen. So wird der Breiten- und Spit-
zenfußball gesichert und leistet gleichzeitig einen Bei-
trag zur Erhaltung und Stärkung der demokratischen,
ökologischen und ethischen Grundlage einer freiheitli-
chen Gesellschaft.
Nachhaltigkeit bedeutet daher an allererster Stelle,
den Fußball dauerhaft tragfähig und erfolgreich zu orga-
nisieren. Mit seinem einzigartigen sportlichen Angebot,
das über die Fußballvereine fast in jeder Gemeinde und
somit flächendeckend und kostengünstig für alle Sport-
und Fußballbegeisterten bereitgestellt wird, leistet der
organisierte Fußball einen großen Beitrag für die Gesell-
schaft. Das vorrangige Nachhaltigkeitsziel ist daher die
langfristige Sicherung dieses Fußballbetriebs in der
Breite und in der Spitze.
Seit dem 40. ordentlichen DFB-Bundestag 2010 in
Essen ist in § 4 der DFB-Satzung, der Zweck und Auf-
gabe des Verbandes festlegt, das nachhaltige Handeln
in den vier Handlungsdimensionen des Fußballs fest ver-
ankert. In der ersten Dimension geht es um die nach-
haltige Organisation des Spielbetriebs. Die zweite
Dimension bündelt die Maßnahmen zur Wertevermitt-
lung. Die Aktivitäten des Fußballs zur Unterstützung
gesellschaftspolitischer Aspekte bilden die Dimension
3,
und Dimension 4 stellt die karitativen und humanitä-
ren Maßnahmen dar.
Wie der organisierte Fußball in den einzelnen Hand-
lungsfeldern auf vielschichtige und unterschiedliche Art
und Weise Verantwortung übernimmt, zeigt der Nach-
haltigkeitsbericht, der zum 41. ordentlichen Bundestag
in Nürnberg 2013 erstmals vom DFB vorgelegt wurde.
Auf hundert Seiten werden das gesellschaftliche Han-
deln und Wirken des DFB, seiner Regional- und Landes-
verbände, seiner Stiftungen sowie des Ligaverbands
faktenreich geschildert. Der DFB ist damit nach dem
italienischen der zweite europäische Fußball-Verband,
der einen Nachhaltigkeitsbericht veröffentlicht. Der
Bericht belegt, wie der organisierte Fußball in Deutsch-
land durch seinen Amateurfußball, seine Talent-
förderung und den in Europa führenden Spitzenfußball
wichtige gesellschaftliche Beiträge leistet. Für das Mit-
einander, für die Gesundheit, für die Umwelt.
Der DFB-Nachhaltigkeitsbericht orientiert sich an
den Richtlinien der „Global Reporting Initiative“, die den
Bericht geprüft und ihm die Anwendungsebene B bestä-
tigt hat. Die vielfältigen Themenbereiche werden jeweils
auf Doppelseiten abgebildet: Kurze Texte, Grafiken,
Zitate, Schlüsselzahlen und Projektinfos vermitteln den
ersten Überblick. Etwa darüber, wie der DFB und seine
Landesverbände Angebote zur Qualifizierung an der
a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z
Nachhaltigkeit
Jeder spricht von Nachhaltigkeit. Was aber
bedeutet es? Und was heisst Nachhaltigkeit für
den organisierten Fussball? Der Grundgedanke
stammt aus der kursächsischen Forstordnung
des Jahres 1560, die Überlegung ist heute so
sonnenklar wie vor 500 Jahren: Wir sollten
nicht mehr Holz fällen, als nachwachsen kann.
Einleuchtend, oder?