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| DFB von A-Z
Diese klare Positionierung entspricht dem
Selbstverständnis des Verbandes und den Säu-
len des deutschen Fußballs: Leistungssport, Nachwuchs-
arbeit und das Bekenntnis zu einem wertorientierten
Sport. In der Spielzeit 2012/2013 wurden in der Addition
von Trainings- und Wettkampfkontrollen mehr als 2.200
Dopingtests durchgeführt, seit 1988 wurden damit im
deutschen Fußball mehr als 20.000 Spieler getestet. Die
Zahl der Kontrollen wurde damit seit Ende der
80
er-Jahre mehr als verzehnfacht. In bald drei Jahr-
zehnten und bei über 20.000 Doping-Kontrollen gab es
im deutschen Fußball 21 positive Fälle, und dazu zählen
nach den strengen Doping-Regeln auch Unachtsamkei-
ten beim Umgang mit Medikamenten oder das Verpas-
sen eines Termins.
Zuständig für die Anordnung der Dopingkontrollen –
mit Ausnahme der durch die NADA, der Nationalen Anti
Doping Agentur, vorgenommenen Trainingskontrollen
für die Lizenzliga-Mannschaften – ist die Anti-Doping-
Kommission des DFB. Die Auslosung der Spiele für eine
Dopingkontrolle erfolgt regelmäßig EDV-gestützt
nach dem Zufallsprinzip. Hinzu kommen im besonderen
Einzelfall, zum Beispiel bei konkreten Verdachtsmomen-
ten, Einzelanordnungen durch die Kommission.
„
Laut WADA-Statistik gehört der deutsche Fußball
mit rund 2.200 Tests pro Jahr zur Weltspitze“, sagt
Dr. Rainer Koch. Der 1. DFB-Vizepräsident ist Vorsitzen-
der der Anti-Doping-Kommission, der unter anderem
die renommierten Sportmediziner Prof. Dr. Wilfried Kin-
dermann, Prof. Dr. Toni Graf-Baumann und Prof. Dr. Tim
Meyer, der Arzt der Nationalmannschaft, angehören.
Sie alle sind auch Mitglieder der DFB-Kommission Sport-
medizin, die Prof. Dr. Tim Meyer leitet. Dadurch ist eine
reibungslose Kooperation zwischen den zwei medizini-
schen DFB-Gremien gewährleistet.
Seit der Saison 2013/2014 werden erstmals auch
Blutproben genommen. Bluttests werden gegenwärtig
ausschließlich im Trainingsbetrieb durch die NADA
durchgeführt, eine Erweiterung auf Wettkampfkontrol-
len ist in der Prüfung. „Mit der Einführung von Blutkon-
trollen im Fußball schließen wir eine Lücke, das Kon
trollsystem wird dadurch noch unberechenbarer“, sagt
die NADA-Vorstandsvorsitzende Dr. Andrea Gotzmann.
Die Blutkontrollen ermöglichen den Nachweis von
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Medizin/Anti-doping
In der Präambel der Anti-Doping-Richtlinien des
Deutschen Fussball-Bundes heisst es: „Der DFB
bekennt sich zum Dopingverbot, um die Spieler
und Spielerinnen vor Gesundheitsschäden zu
bewahren und die Fairness im sportlichen Wett-
bewerb zu erhalten.“ Paragraf 1 Nr. 1 umfasst
nur einen einzigen Satz, ohne Wenn und Aber:
„
Doping ist verboten.“
❙❙
Exakt getrennt: Behäl-
ter mit roten Etiketten
für die A-Probe, mit
blauen für die B-Probe.