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| DFB von A-Z
Seit Herbst 2006 ist das Thema Integration
in den Strukturen des DFB fest verankert: durch die
ehrenamtliche Integrationsbeauftragte Gül Keskinler
und einen zuständigen DFB-Vizepräsidenten. Innerhalb
der DFB-Zentralverwaltung wurde Integration von
Beginn an als Querschnittsaufgabe verstanden und ist
in der „gesellschaftlichen Verantwortung” angesiedelt.
Durch die Ernennung von Landesverbands-Beauftrag-
ten entstand auch regional die nötige Grundlage. Somit
wurden innerhalb des föderal organisierten Verbandes
trag­fähige Strukturen zur Förderung der Integration
geschaffen.
Der „DFB und Mercedes-Benz Integrationspreis“ ist
mit 150.000 Euro in Sach- und Geldpreisen eine der
höchstdotierten sozialen Auszeichnungen in Deutsch-
land. Seit 2007 wird der Preis jährlich unter der Schirm-
herrschaft von Oliver Bierhoff verliehen. Sami Khedira,
Jérôme Boateng und Ilkay Gündogan waren 2012 Ehren-
gäste der Preisgala, 2011 hielt Bundeskanzlerin
Dr. Angela Merkel eine Ansprache. Im Frühjahr 2009
fand an mehr als 650 Standorten der DFB-Mini-Spiel-
felder ein Aktionstag zur Integration statt. Eine Exper-
ten-Kommission formulierte Leitlinien für das Vorgehen.
Das 2011 entwickelte „Praxishandbuch Integration“ ent-
hält über 200 Praxistipps. Mehr als 100.000 Exemplare
wurden an die Vereine verteilt. Fast fünf Jahre lief vor
der Übertragung eines A-Länderspiels ein von Regisseur
Sönke Wortmann gedrehter Integrationsspot. Addiert
sahen 335 Millionen TV-Zuschauer diesen Spot.
Deutschland braucht alle seine Menschen für eine
tragfähige Prosperität. Und der Fußball braucht den
Nachwuchs, um stark zu sein und stark zu bleiben. Der
Blick auf einige Zahlen zur Bevölkerungsstruktur zeigt:
Bei einer Gesamtbevölkerung von 82,3 Millionen Bür-
gern hatten laut Angaben des Statistischen Bundesam-
tes 15,4 Millionen Menschen einen Migrationshinter-
grund (Stand 2009). Rund ein Fünftel der Menschen in
Deutschland sind zugewandert, haben ausländische
Eltern, wurden eingebürgert oder sind Spätaussiedler.
Bei den Kindern bis fünf Jahren betrug der Anteil dage-
gen schon mehr als 50 Prozent (1,16 Millionen deutsche
Kinder, 582.000 Kinder mit Migrationshintergrund). Fast
jedes fünfte Mitglied im DFB hat einen Migrations­
hintergrund – deutlich mehr als im gesamten Sport, für
den der Anteil bei unter zehn Prozent liegt.
Jeder zweite deutsche Nationalspieler der WM 2030
dürfte also einen Migrationshintergrund haben. Auch
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Integration
Integration ist ein Beleg für die Kraft des Fuss-
balls. Sie schreibt längst Sportgeschichte. Euro-
pas grosse Fussballnationen schicken heute
Spieler auf den Platz, deren Eltern einst zuge­wan­
dert sind – nach Frankreich, in die Niederlande,
auch nach Deutschland. Der DFB hat viel bewegt im
Bemühen, die Integration, verstanden als aktives
Werben für ein respektvolles Zusammenleben von
Menschen kulturell unterschiedlicher Herkunft,
bei den Amateurvereinen weiter voranzutreiben.