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S C H I E D S R I C H T E R - Z E I T U N G 4 / 2 0 1 4
r Lupe
FB seine Unparteiischen
land? Wie erleben sie,
egangen. Tobias Altehen-
Schiedsrichter auf einmal ganz
anders wahr. Obwohl es ohne sie
keinen Ligabetrieb geben würde
Zwei zentrale Ergebnisse der Untersuchung: Der Anteil der Schiedsrichter, die Karriere
machen möchten, ist signifikant größer als die Zahl derer, die ihr Hobby des Geldes wegen
betreiben. Auch gibt die Hälfte der Unparteiischen an, durch ihre Tätigkeit dem eigenen Verein
helfen zu wollen.
und sie somit eigentlich eine
unglaublich wichtige Rolle einneh-
men, wird nur dann über sie
gesprochen, wenn es Probleme mit
der Akzeptanz ihrer Entscheidun-
gen gibt – oder wenn plötzlich
Schiedsrichter fehlen.“
Und Christian Rullang ergänzt:
„
Pfeift ein Schiedsrichter gut und
unauffällig, bleibt das allenfalls
eine Randnotiz. Insofern ist das
Bild des Schiedsrichters in der
Öffentlichkeit doch stets etwas
verzerrt.“
Die Studie
Ob dieses verzerrte Bild auch die
Schiedsrichter selbst stört, oder
ob sie sich mit ihrem unpopulären
Job abfinden – Professor Emrich
und sein Mitarbeiter begaben sich
auf Spurensuche.
In der ersten Phase der Studie galt
es dabei zunächst, einen möglichst
aufschlussreichen Fragebogen zu
erarbeiten. Zu diesem Zweck wur-
den ausführliche Interviews durch-
geführt, in denen erst einmal 13
Schiedsrichter aus dem Südwest-
deutschen- und Saarländischen
Fußballverband befragt wurden.
Die Forscher wollten dabei zum
Beispiel wissen, aus welchem sozi-
alen Umfeld die Probanden kamen,
warum sie Schiedsrichter wurden
und welchen Problemen und
Schwierigkeiten sie sich bereits
stellen mussten.
Dabei gab es neben vielen zu
erwartenden Antworten auch man-
ches Kuriosum. Ein Befragter nannte
etwa eine „Wette“ als Grund für
den Auftakt seiner Schiedsrichter-
Laufbahn – ein Freund habe ihn
damit aufgezogen, dass er die
Regeln sowieso nicht beherrschen
würde. Um ihm das Gegenteil zu
beweisen, habe er sich daraufhin
zum Lehrgang angemeldet.
Nachdem anhand dieser qualitati-
ven Interviews ein Online-Fragebo-
gen erstellt worden war, begann
die deutschlandweite Befragung.
Die Internetadresse war über den
DFB und die Landesverbände an
die Schiedsrichter weitergegeben
worden, sodass jeder die Möglich-
keit hatte, sich zu beteiligen.
Um die deutschen Unparteiischen
besser kennenzulernen, hatten
Emrich und Rullang sechs zentrale
Fragen formuliert, die in dem Fra-
gebogen dezidiert beantwortet
werden sollten (siehe: „Die zentra-
len Fragen“).
Die zentralen
Fragen
In der Schiedsrichter-Befra-
gung 2013 haben sich die Saar-
brücker Wissenschaftler auf
folgende zentrale Fragen fokus-
siert:
Wer wird Schiedsrichter?
Warum wird man Schieds-
richter?
Warum will man aufsteigen?
Welche Probleme treten
während der Tätigkeit auf?
Warum steigt man aus?
Welche Unterschiede gibt es
zwischen den Leistungsklas-
sen sowie zwischen männ-
lichen und weiblichen
Schiedsrichtern?
Hintergrund