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Das erste Europacup-Spiel einer deutschen
Mannschaft war ein Fehlschlag, Rot-Weiss Essen
unter­lag am 14. September 1955 dem schottischen Meis-
ter Hibernians Edinburgh 0:4 und schied in der ersten
Runde aus. Ein böses Omen war es nicht. Nur ein Beleg
dafür, dass aller Anfang schwer ist. Dies galt auch für
den ersten Europacup-Finalisten Eintracht Frankfurt,
der am 18. Mai 1960 das Pech hatte, auf die damals beste
Elf der Welt zu treffen. Real gewann in Glasgow mit 7:3
und somit den fünften Landesmeister-Pokal in Folge.
Sechs Jahre vergingen noch, bis der erste deutsche
Europapokal-Triumph bejubelt wurde: Im Wettbewerb
der Pokalsieger gewann Borussia Dortmund gegen den
FC Liverpool am 5. Mai 1966 – erneut in Glasgow – durch
Tore von Siegfried Held und Stan Libuda mit 2:1 nach
Verlängerung. Nun war der Bann gebrochen und die
1963
eingeführte Bundesliga förderte serienweise Mann-
schaften zutage, die auch auf dem internationalen Par-
kett brillieren konnten.
Schon 1967 trug sich der FC Bayern erstmals in die
Siegerlisten ein, auch die Münchner gewannen den
Pokal­sieger-Cup. Der Tag von Nürnberg weckte den
Erfolgshunger der Bayern, die in allen drei Europapo-
kal-Wettbewerben triumphieren sollten – was außer
ihnen nur dem FC Chelsea, FC Barcelona, Juventus Turin
und Ajax Amsterdam glückte.
Und nur schwer zu wiederholen sein wird dieses
große Kunststück: Zwischen 1974 und 1976 siegte Bay-
ern München dreimal in Folge im Landesmeister-Cup.
Der Hattrick war zuvor nur Ajax Amsterdam und Real
Madrid gelungen. Seit es die Champions League gibt
(1992),
hat kein Sieger seinen Titel mit Erfolg verteidigt.
Der deutsche Rekordmeister steht international für
die größten Erfolge, aber auch für viele tragische
Mo­men­­te. Unvergessen bleibt das Champions-League-­
Finale 1999 von Barcelona. In der Nachspielzeit riss Man-
chester United den Münchnern den bereits gewonnen
geglaubten Pokal innerhalb von 103 Sekunden aus den
Händen und machte mit zwei späten Treffern aus dem
0:1
ein 2:1. Eine Wunde, die erst zwei Jahre später in Mai-
land mit dem Sieg gegen Valencia verheilte, aber bis
heute noch sichtbar ist.
Erinnerungen wurden wach, als sie am 19. Mai 2012
das Elfmeterschießen im eigenen Stadion gegen Chel-
sea verloren. Was nun grausamer war, die Niederlage in
der Nachspielzeit oder die im Elfmeterschießen in einem
haushoch überlegen geführten Spiel vor eigenem Pub­
­
likum, darüber zu streiten ist müßig. Aber auch hierfür
wurden die Bayern entschädigt mit dem Sieg im rein
deutschen Champions-League-Finale von Wembley
gegen Borussia Dortmund am 25. Mai 2013. Ein Tag für
die Geschichtsbücher des deutschen Fußballs. Strah-
lende Tage wie dieser und große Tragödien machen die
Faszination des Europapokals aus, in dem schon das
Einschalten des Flutlichts für ein Fluidum sorgt, das
ganz besondere Nächte verspricht.
In der deutschen Bilanz überwiegen die erfreulichen
Momente. Insgesamt 41-mal erreichte ein deutsches
a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z
Champions League/
Europapokal
Die Bilanz des deutschen Fussballs in den
euro­päischen Pokal-Wettbewerben ist gespickt
mit zahlreichen Triumphen und unvergessenen
­
emotionalen Momenten. Insgesamt 41-Mal
er­reichte ein deutsches Team ein Finale, dabei
stehen 18 Titel und zahllose glanzvolle Höhe-
punkte zu Buche. Aber auch grosse Tragödien
machen die Faszination des Europapokals aus.