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| DFB von A-Z
Von A wie dem Brasilianer Anderson bei Ein-
tracht Frankfurt bis X wie Xhaka, dem Schweizer
bei Borussia Mönchengladbach, Y wie Ya Konan, dem
Stürmer von der Elfenbeinküste bei Hannover 96 und
Z wie dem Slowaken Zabavnik in Mainz stellte sich
2012/2013
das A bis Z des DFB auch als ein A bis Z der
auslän
­
dischen Stars und Superstars auf der größten
deutschen Fußballbühne dar.
Mehr als 100 Nationen umfasst die Liste jener
­
Spieler, aber auch der Trainer aus der Fremde, aus denen
der Bundesliga-Fußball seit dem ersten Spieltag im Som-
mer 1963 seine Kader rekrutiert hat. Nicht immer erfüll-
ten sich die Hoffnungen und Absichten zur Steigerung
von Attraktivität und Effektivität, wie sie beispielsweise
Dortmunds großartiges Polen-Trio Lewandowski, Blasz-
czykowski und Piszczek als Basis für die Titelgewinne
2011
und 2012 beispielhaft verkörpern.
Stets aber fasziniert die Ausstrahlung von Ausnah-
mekönnern, die beispielsweise die Dänen Le Fevre, Jen-
sen und Simonsen, die Schweden Sandberg und Hell-
ström, der Engländer Keegan oder der Jugoslawe Oblak
schon in den 70er-Jahren oder später der Belgier Pfaff,
der Österreicher Pezzey, der Däne Lerby, der Isländer
Sigurvinsson, der Südkoreaner Cha, der Däne Sand oder
die Brasilianer Jorginho, Emerson und Elber in der Liga
verströmten.
Es sind die Kabinettstückchen eines Popivoda (Jugo-
slawien), Okónski (Polen), Yeboah (Ghana), Rosický
(
Tschechien) oder von Brasilianern wie Lincoln, Ailton,
Ze Roberto, Marcelinho, Grafite oder Diego, die das Pub-
likum jauchzen und manches Mal auch verzweifeln las-
sen. Und es waren und sind die Genieblitze eines Détári
(
Ungarn), Ettmayer (Österreich), Balakov (Bulgarien),
Micoud (Frankreich), Raúl (Spanien), Robben (Nieder-
lande), Huntelaar (Niederlande), Džeko (Bosnien-Herzo-
gowina) oder Ribéry (Frankreich) und nicht zuletzt eines
­„
Dauerbrenners“ wie Pizarro aus Peru, um nur ein paar
wenige Namen zu nennen.
Es ist auch eine Prise des Geheimnisvollen, die die
ausländischen Meistermacher auf den Trainerbänken
zusammen mit ihrem Hang zu Disziplin und Perfektion,
mit ihrer Qualifikation, Kompetenz und strategischen
Kunst umgibt. Wie Pep Guardiola bei Bayern München.
Jener Hauch des Rätselhaften, mit dem ein Ernst Hap-
pel (Österreich) oder Branko Zebec (Jugoslawien), ein
Pál Csernai (Ungarn) oder „Tschik“ Cajkovski (Jugosla-
wien), ein Max Merkel (Österreich), Huub Stevens (Nie-
derlande) oder Giovanni ­Trapattoni (Italien), ein Lucien
Favre (Schweiz) oder der Niederländer Louis van Gaal,
der 2010 als bisher einziger Ausländer die seit 2002
durchgeführte Wahl zum ­„Trainer des Jahres“ gewann,
für Erfolge und für Furore sorgten.
Mit einem Trio aus Österreich (Willy Huberts bei
­
Ein­tracht Frankfurt), Jugoslawien (Petar Radenkovic´bei
1860
München) und den Niederlanden (Jacobus „Co“
Prins beim 1. FC Kaiserslautern) wurde am 24. August
1963
der erste Spieltag in der Bundesliga angepfiffen.
Der Anteil ausländischer Spieler, der damals überschau-
bar war, sollte sich in den folgenden Jahrzehnten dann
zu einem Massenphänomen im deutschen Profifußball
ausweiten.
Durch die EU-Erweiterung wurde die Ausländerbe-
schränkung, die bis 1992 nur den Einsatz von zwei
Gastarbeitern“ pro Team gestattet hatte, ohnehin
immer mehr aufgeweicht. Das sogenannte Bosman-Ur-
teil des europäischen Gerichtshofes am 15. November
1995
erschütterte dann aber die Fußball-Welt in ihren
a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z
Ausländer
Was wäre der deutsche Fussball ohne sie?
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Spieler aus aller Herren Länder schrieben
und schreiben für ihn und mit ihm Geschichte
und Geschichten. Vor allem in der Bundesliga.
Zum Beispiel in der 50. ­Saison. Rund 250 Auslän-
der waren beim Start ­der Jubiläumsspielzeit
dort am Ball, was mehr als 50 Prozent des
kick­en­den Personals ­bedeutet.