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| DFB von A-Z
Sieben Junioren- und sechs Juniorinnen-­
Nationalteams stellt der DFB mittlerweile. In diesen
Nachwuchsmannschaften werden die größten Talente
des Landes zusammengezogen, um sie auf höchstem
internationalem Spielniveau zu fördern und zu fordern.
Das Konzept für die deutschen Nachwuchs-National-
spieler istmit demAmtsantritt des ehemaligenDFB-Sport-
direktors Matthias Sammer überarbeitet worden und
steht – analog zur Spielphilosophie der Nationalmann-
schaft – mehr denn je für modernen Fußball. Der neue
Sportdirektor Hansi Flick wird dieses Feld weiter optimie-
ren und die Spielphilosophie weiterentwickeln.
Ziel ist es, die Talente technisch gut auszubilden, um
sie auf flexibles Angriffs- und Verteidigungsspiel zu
schulen sowie zu spielerischer Kreativität zu bringen.
So werden Wintertrainingslager, Auswahllehrgänge und
Juniorenwochen angesetzt. Neben dem Training werden
die Spieler bei Maßnahmen oft von Lehrern begleitet
und unterrichtet, damit bei diesen Reisen die schulische
Ausbildung nicht leidet.
Die Berufung in eines der Auswahlteams setzt eine
intensive und kontinuierliche Begleitung und Beobach-
tung voraus. „Kein Talent soll unbeobachtet bleiben,
jeder talentierte Spieler soll gefördert werden!“ Unter
dieser Maxime steht ein zentraler Baustein der DFB-­
Talentsichtung, der das Scouting auf anderen Ebenen
sinnvoll ergänzt. Zentrale Maßnahmen des DFB sind die
großen Turniere mit den Auswahlmannschaften der Lan­
desverbände in der Sportschule Duisburg-Wedau.
Seit dem Frühjahr 1998 wurden Spieler der Junio-
ren-Regionalligen von den DFB-Trainern und ihren Zuar-
beitern regelmäßig beobachtet. Mit der Einführung der
Junioren-Bundesliga 2003 und der B-Junioren-Bundes-
liga vier Jahre später wurde ein weiterer Schritt zu einer
noch besseren Beobachtung gemacht. So haben auch
sogenannte „Spätentwickler“ die Chance, sich in das
Blickfeld der Junioren-Nationalmannschaften zu spielen.
Die Junioren-Nationalmannschaften repräsentieren
eine Spiel- und Trainingsauffassung, die folgende Merk-
male aufweist:
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Eine angriffsorientierte, dynamische Spielweise aus
einer disziplinierten und kompakten Deckung.
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Variantenreiche, attraktive Spielgestaltung im Mittel-
feld mit schnellem, flexiblem Umschalten auf Angriff
und Verteidigung.
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Variable Angriffsgestaltung durch einen gezielten
Wechsel zwischen einem kontrollierten, sicheren Spiel­
aufbau und überraschendem Tempospiel.
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Offensives, „aktives“ Verteidigen.
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Eine zweikampforientierte, aber stets faire Grundein-
stellung.
Unabhängig davon verfolgt das Konzept das Ziel,
talentierte Junioren zu echten Führungspersönlichkei-
ten zu entwickeln. Persönlichkeiten wie zum Beispiel
Uwe Seeler.
Der Ehrenspielführer steht am Anfang einer Reihe
von Ausnahmeta­lenten, die ihr Können auf internatio-
naler Ebene erstmals in den Jugend-Nationalmann-
a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z
Junioren-/Juniorinnen-
Nationalmannschaften
Am 31. März 1953 lief anlässlich des sogenannten
FIFA-Turniers“ in Belgien ers­t­­mals eine Junio-
ren-Nationalmannschaft des Deutschen Fuss-
ball-Bundes auf. Der 3:2-Er­folg gegen argentinien,
zu dem unter anderem Uwe Seeler einen ­Treffer
beisteuerte, war der Startschuss für ­ein erfolg-
reiches Kapitel in der Geschichte des deutschen
Fussballs.