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| DFB von A-Z
Der Nationalspieler, der bei der WM 2006
von der FIFA zum besten Nachwuchsspieler des Turniers
ausgezeichnet wurde und mittlerweile mehr als 100 Län-
derspiele absolviert hat, war nicht das einzige Talent,
das beim Start der neuen Spielklasse dabei war und sich
anschließend rasant entwickelte. Marcell Jansen stand
damals im Team von Borussia Mönchengladbach, das
beim VfL Bochum mit 0:4 verlor. Oder Mario Gomez: Er
tat sich mit den Junioren des VfB Stuttgart beim 1:1
gegen den SSV Ulm 1846 schwer.
Die Nachwuchsrunde gehört für diese drei mittler-
weile zur Vergangenheit. Das Trio hat ein höheres Leis-
tungsniveau erreicht. Heute sind sie im „großen Fußball“
zu Hause und bereits in der deutschen Nationalmann-
schaft zum Einsatz gekommen.
Aber nicht nur Lukas Podolski, Marcell Jansen und
Mario Gomez haben die Junioren-Bundesliga als Sprung-
brett genutzt. In der Startsaison waren außerdem Spie-
ler wie René Adler (Bayer 04 Leverkusen), Dennis Aogo
(
SC Freiburg), Ashkan Dejagah (Hertha BSC), Sascha
Dum (Bayer 04 Leverkusen), Aaron Hunt (Werder Bre-
men), Marc-André Kruska (Borussia Dortmund), Manuel
Neuer (FC Schalke 04), Andreas Ottl (Bayern München),
Eugen Polanski (Borussia Mönchengladbach), Jan
Rosenthal (Hannover 96), Marco Russ (Eintracht Frank-
furt) oder Lukas Sinkiewicz (1. FC Köln) aktiv.
Eine eindrucksvolle Erfolgsstatistik, die belegt, dass
die Idee funktioniert, die hinter der Einführung derJu-
nioren-Bundesliga steht. „Ziel ist es, durch die neue
Spielklasse eine Leistungskonzentration zu erzielen, die
stärksten Mannschaften in einer Liga zusammenzubrin-
gen. Damit soll erreicht werden, dass das Leistungsge-
fälle nicht mehr so groß ist und der Nachwuchs noch
mehr gefordert wird. Ein ausgeglichenes Leistungs­
niveau bedeutet für die Talente, Woche für Woche die
Herausforderung zu bestehen, schwere Spiele absolvie-
ren zu müssen. Das soll sich für die Jungs auszahlen.
An hohes Niveau gewohnt, fällt es leichter, den Sprung
in den Senioren-Bereich zu schaffen“, erklärte der
dama­lige DFB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder, der
die Nachwuchsförderung zum Schwerpunktthema sei-
ner Amtszeit ausgerufen hatte.
Mit der Gründung der Junioren-Bundesliga sorgte
der DFB für ein Novum. Erstmals steht eine Jugendliga
unter der Leitung des Verbandes. Doch diese Neuerung
war wohlüberlegt. „Es macht Sinn, weil die Nachwuchs-
förderung ein übergeordnetes Ziel ist. Der DFB hat sich
deshalb in den vorangegangenen Jahren schon sehr
stark in diesemBereich engagiert. Unter anderem haben
wir das DFB-Talentförderprogramm initiiert oder den
Profi-Klubs den Unterhalt eines Nachwuchsleistungs-
zentrums zur Lizenzauflage gemacht“, nannte der da­
malige DFB-Schatzmeister Dr. Theo Zwanziger einen
wichtigen Grund für die Einführung der Junioren-Bun-
desliga. Mehr noch: Die Bewertung der A-Junioren-Bun-
desliga fiel so positiv aus, dass inzwischen nachgezogen
wurde. In der Saison 2007/2008 ging die B-Junioren-Bun-
desliga an den Start, ebenfalls in drei Staffeln mit jeweils
14
Mannschaften. So ist eine langfristige intensive För-
derung der Talente gewährleistet. Und den Nachwuchs-
spielern eine großartige Möglichkeit geboten.
Die Trainer erkennen, wie gut ihre Talente sich ent-
wickeln. Für die Spieler ist die Junioren-Bundesliga eine
gute Gelegenheit, zu beweisen, wie nah sie sich bereits
an den Senioren-Bereich herangespielt haben. Durch die
Junioren-Bundesligen werden die Spieler mehr im Fokus
ihrer Vereine und der Öffentlichkeit stehen. Es ist für
jeden Jugendlichen eine Herausforderung, in der Juni-
oren-Bundesliga dabei zu sein“, so der damalige DFB-
Sportdirektor Matthias Sammer bei der Einführung der
neuen Spielklasse für B-Junioren.
a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z
Junioren-Bundesliga
Es ist bereits mehr als zehn Jahre her, dass die
Junioren-Bundesliga ihre Premiere feierte. ­Der
erste Spieltag in den Staffeln Nord/Nordost,
West und Süd/Südwest fand am Wochenende des
30.
und 31. August 2003 statt. Und vielleicht ­kann
sich Lukas Podolski auch noch daran erinnern,
dass er mit der A-Jugend des 1. FC Köln bei
­
Alemannia Aachen mit 3:2 gewann.