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S C H I E D S R I C H T E R - Z E I T U N G 4 / 2 0 1 4
Spielabbruch in der
Fair-Play-Liga
Eigentlich soll die Fair-Play-Liga
im Bayerischen Fußball-Verband
(
BFV) ein Beispiel dafür sein, dass
es auch ohne Schiedsrichter
fair und sportlich auf dem Fuß-
ballplatz zugehen kann. Der
Fall eines F-Jugend-Spiels bildete
hier jedoch eine Ausnahme:
Eltern provozierten einen Spiel-
abbruch.
Panorama
UEFA-Schiedsrichter-Chef
Pierluigi Collina.
EU-Kommissarin
fordert mehr Schieds-
richterinnen
Die EU-Kommission machte sich
im Rahmen der Auftaktveranstal-
tung zum UEFA-Programm für
Frauen in Führungspositionen für
mehr Schiedsrichterinnen im
europäischen Fußball stark.
Dem europäischen Fußball ent-
geht eine Menge Talent“, sagte
Androulla Vassiliou, EU-Kommissa-
rin für Bildung, Kultur, Mehrspra-
chigkeit und Jugend, vor einem
Treffen mit UEFA-Präsident Michel
Platini in Nyon und kündigte an,
einen entsprechenden Antrag bei
der UEFA einzureichen.
Spielfelds behandelt werden,
dann soll in Zukunft auch der
schuldige Spieler den Platz ver-
lassen müssen – so die Idee von
Collina.
Dieser Vorstoß soll dem unge-
rechten Überzahlspiel während
der Verletzungsbehandlung nach
einem Foulspiel ein Ende setzen.
Das DFB-Pokalendspiel der Frauen leitete in diesem Jahr
Marina Wozniak (Zweite von links) mit ihren Assistentinnen
Sandra Blumenthal (rechts) und Ines Appelmann (links). Sie
führten im Kölner RheinEnergie-Stadion vor 16.623 Zuschau-
ern den 1. FFC Frankfurt und die SGS Essen (3:0) aufs Spiel-
feld. Als Vierte Offizielle mit dabei war Riem Hussein.
Zweites Pokalfinale für Florian Meyer: Nachdem der Burgdorfer
bereits 2005 das DFB-Pokalendspiel leitete, kam er in diesem
Jahr zum zweiten Mal bei diesem Höhepunkt – auch aus
Schiedsrichter-Perspektive – zum Einsatz: Bei der Begegnung
zwischen Borussia Dortmund und dem FC Bayern München
(0:2)
assistierten ihm im ausverkauften Berliner Olympiasta-
dion Frank Willenborg (links) und Christoph Bornhorst. Vierter
Offizieller an diesem Abend war Christian Dingert.
Schiedsrichter-Aus-
tausch wird fortgesetzt
Bereits seit fünf Jahren fahren
niedersächsische und niederlän-
dische Schiedsrichter regelmäßig
zum Pfeifen über die Grenze.
Nun ist klar: Der Niedersächsische
Fußballverband (NFV) und der
Königlich Niederländische Fuß-
ballverband (KNVB) setzen nach
dem Beschluss des NFV-Präsidiums
den Austausch auch in Zukunft
fort.
So trafen sich kürzlich in Nord-
horn die Vertreter des NFV und
des KNVB, um die Fortführung des
Austauschs für die kommenden
Jahre zu vereinbaren.
Mit Beginn der nächsten Saison
werden niederländische Schieds-
richter auch in der Oberliga
Niedersachsen eingesetzt. Ent-
sprechend werden die NFV-
Schiedsrichter künftig in der
höchsten niederländischen Ama-
teurklasse Spiele leiten.
Den ersten Testlauf gab es bereits
kurz nach der Unterzeichnung der
Vereinbarung: Der 22-jährige
Patrick Brandt (Rastede) kam beim
Spiel Achilles 94 gegen GVAV Rapi-
ditas in der ersten niederländi-
schen Amateurliga zum Einsatz.
Geht es nach Collina, dann soll
zukünftig der foulende Spieler
so lange vom laufenden Spiel aus-
geschlossen werden, bis der von
ihm gefoulte Spieler wieder teil-
nehmen kann. Auf einer Presse-
konferenz in Turin bestätigte der
Italiener, dass die UEFA diesen
Vorschlag einer Regeländerung
einreichen werde.
Bereits zuvor hatte sich Collina
in einem Interview mit „The FIFA
Weekly“ über das Gedankenspiel
der UEFA geäußert: „Sobald der
gefoulte Spieler das Feld verlas-
sen hat, wird das Spiel wieder
aufgenommen – und zwar mit
numerischer Überlegenheit der
Mannschaft, die das Foul began-
gen hat. Das ist sportlich gese-
hen nicht korrekt.“
Ob sich Collinas Idee in Zukunft
tatsächlich im offiziellen Regel-
werk wiederfindet, muss aber
erst noch von den Fußball-Regel-
hütern des International Football
Association Board (IFAB) entschie-
den werden.
Schließlich seien laut Kommission
nur 20 bis 30 Prozent der Schieds-
richter in Europa weiblich. In 20
von 54 Mitgliedsverbänden sei die
Aufgabe zudem noch ausschließ-
lich Männern vorbehalten.
Durch eine stärkere Präsenz von
weiblichen Unparteiischen hofft
die Kommission, dass mehr Mäd-
chen und Frauen Sport treiben und
der Kampf gegen sexuelle Belästi-
gung in der Fußballwelt weiter vor-
angetrieben werden kann.