Trainingsphilosophie Deutschland | Entwicklung individueller Qualität

71 SCHULE TRAININGSPHILOSOPHIE DEUTSCHLAND DAS PERFEKTE SETTING Die Grundidee der Umsetzung ähnelt dem Vereinstraining und dem Wettspiel: viele Felder und kleine Spielformen. Viele Schulen verfügen bereits über Orte, an denen Sport und Bewegung stattfinden können. Das kann beispielsweise die schuleigene Sporthalle, der Pausenhof oder der nahegelegene Sportplatz sein. Diese Möglichkeiten müssen wir erkennen und für unsere Kinder nutzen! Daniel Stredak, Mitglied des Kompetenzteams, führte eine mögliche Umsetzung an einer Schule durch und zeigte, dass er auf einem kleinen umzäunten Bolzplatz mit wenigen Materialien über 30 Kinder problemlos beschäftigen konnte. Seine Erfahrungen zeichnete er dabei auf Video auf (siehe QR-Codes zu den Videos „Die Schule des Kleinfeldfußballs“ auf den Seiten 69 und 71). Er viertelte den Platz und ließ jeweils im 3 gegen 3 auf vier Tore spielen. Dabei standen zum einen Minitore, aber auch Stangen- oder Hütchentore zur Verfügung (Fazit: Es müssen nicht immer Minitore sein!). Beim Handball oder Basketball können dabei auch Ballkörbe oder Eimer zum Einsatz kommen. Es wurden zwei Durchgänge zu je 4-mal 4 Minuten gespielt, sodass jeder auf eine hohe Nettospielzeit kam. Ein Warmmachen ist dabei bis zur sechsten Klasse nicht erforderlich, sodass in Summe alles in weniger als einer Stunde organisiert und durchgeführt werden konnte. WERTEVERMITTLUNG Jedes Team hatte maximal einen Rotationsspieler, der in seiner Pause auf anderen Feldern als „Spielfeldbegleiter“ agierte und damit dort seinerseits für die Umsetzung der Regeln und eines fairen Spiels verantwortlich war. Zusätzlich dazu gab es natürlich auch noch weitere „übergeordnete“ Spielfeldbegleiter, die die Schüler beaufsichtigten und die Gesamtorganisation übernahmen. Spielfeldbegleiter müssen dabei keine Fußball-Experten sein! Denn im 3 gegen 3 entwickeln die Kinder ihre fußballerischen Fähigkeiten auf ganz natürliche Weise. Die Aufgabe der Erwachsenen besteht in erster Linie darin, den Kindern Werte wie Fairness oder Teamgeist zu vermitteln und sie im Umgang mit Streitigkeiten oder Frustration zu unterstützen. So fördert das Spiel nicht nur sportliche, sondern auch wichtige soziale Kompetenzen. Viele Mädchen ziehen sich in gemischten Gruppen eher zurück. Wenn sie ihr eigenes Feld haben, stärkt das ihr Selbstvertrauen und entfaltet die Freude am Fußball. TURID KNAAK Foto: Getty Images for DFB Foto: Yuliia Perekopaiko/DFB Über diesen QR-Code gelangen Sie zum Video „Die Schule des Kleinfeldfußballs“ mit Christian Streich, Turid Knaak und Hannes Wolf.

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