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| DFB von A-Z
Deutschland im Sommer 2006. Oder: „Die Welt
zu Gast bei Freunden“. Dieses Motto war Programm
geworden bei der FIFA WM 2006, die als größte Veran-
staltung seit der politischen Wiedervereinigung des Lan-
des in zwölf deutschen Städten unter unvorstellbarer
Anteilnahme von Millionen Menschen stattgefunden hat.
Mehr als 53.000 Zuschauer sahen im Durchschnitt die
64
Spiele, 18 Millionen Besucher kamen zu den Fan-Fes-
ten und 21.000 Medien-Vertreter aus aller Welt waren
akkreditiert. Deutschland habe die beste WM aller Zei-
ten durchgeführt, lobte UNO-Generalsekretär Kofi
Annan. Und FIFA-Präsident Joseph S. Blatter befand,
dies sei die großartigste und emotionalste WM gewesen,
die er je erlebt habe.
Nicht minder groß war die Anerkennung, als der DFB
fünf Jahre später die sechste FIFA Frauen-WM durch-
führte. 75.000 Zuschauer waren beim Eröffnungsspiel
zwischen Deutschland und Kanada im Berliner Olympia
stadion. Insgesamt erlebten rund 800.000 Besucher bei
32
Spielen in den neun WM-Städten sowie Millionen
Zuschauer bei sensationellen TV-Einschaltquoten im
Fernsehen während dieser drei Festwochen des Frauen-
fußballs tatsächlich „20ELF von seiner schönsten Seite“,
so der WM-Slogan.
Beide Male, 2006 und 2011, hatte der DFB, für den
es bei der Auswertung des globalen Echos ebenso viel
Lob für die hervorragende Organisation wie für die Wei-
chenstellung zu einer einzigartigen ebenso ausgelasse-
nen wie friedlichen Atmosphäre gab, seinen guten Ruf
als Ausrichter internationaler Großereignisse bestätigt.
Dank seiner beiden Organisationskomitees mit Franz
Beckenbauer und Steffi Jones als Präsident und Präsi-
dentin an der Spitze. Beide Male begleitet von dem
selbst gestellten Anspruch, bei der Ausrichtung auf
Steuergelder und andere öffentliche Subventionen zu
verzichten.
Zuvor waren die beiden größten Turniere auf deut-
schem Boden eng mit dem Namen Hermann Neuberger
verbunden. Von 1975 bis zu seinem Tod 1992 amtierte
der Saarländer als DFB-Präsident und daneben fast 20
Jahre lang bei der FIFA als Vorsitzender der WM-Orga-
nisationskommission. Unter seiner Ägide wurde die
WM-Endrunde 1974 ebenso perfekt, heiter und locker
ausgerichtet wie die EM-Endrunde 1988.
1974
kamen mehr als 1,8 Millionen Zuschauer zu den
38
WM-Spielen (47.368 im Durchschnitt). Wie zuletzt
bei der WM 2006 und der Frauen-WM 2011 sorgten
bereits 1974 neue oder erneuerte WM-Stadien sowie
umfangreiche infrastrukturelle Maßnahmen für große
Nachhaltigkeit.
Bei der EURO 1988 waren zwölf der 15 Spiele aus-
verkauft, wobei die UEFA angesichts von 935.681 Besu-
chern und einem Zuschauerschnitt von 62.379 pro Spiel
einen neuen Rekord vermelden konnte. Und auch beim
FIFA Confederations Cup 2005, durchgeführt in fünf
deutschen Städten, wurden neue Maßstäbe gesetzt.
Neben diesen Top-Veranstaltungen organisierte der
DFB mit viel Erfolg 1989 und 1995 die Endrunden der
Frauen-EM und 2010 die WM der U 20-Frauen sowie
zuvor sieben EM-Endrunden im Junioren-Fußball.
Daneben richtete er bislang zwölf Endspiele der euro-
päischen Klub-Wettbewerbe aus, zuletzt mit ebenso gro-
ßem wie perfektem Aufwand das Champions League-
Finale 2012 in München (siehe auch „Organisation +
Eventmanagement“).
a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z
Ausrichter
Mit der perfekten Organisation der FIFA WM 2006
und der FIFA Frauen-WM 2011 bestätigte der DFB
seinen guten Ruf als Ausrichter internationaler
Grossereignisse. Neue und erneuerte Stadien
sowie umfangreiche infrastrukturelle Mass
nahmen stehen für Nachhaltigkeit Und für gute
Chancen im Hinblick auf die Ausrichtung von
EM-Endrundenspielen 2020 und 2024, um die sich
der DFB bewirbt.